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Schufa-Scoring

Was das SCHUFA-Scoring verschlechtert und die Darlehensbank nicht mag

Die Schufa beurteilt Ihre finanzielle Leistungskraft und das Risiko eines Zahlungsausfalls. Unternehmen, bei denen Sie Kunde sind, übermitteln an die Schufa Informationen über Ihr Verhalten im geschäftlichen Verkehr. Maßgeblich hieraus werden die Einschätzungen getroffen. Persönliche Daten und Erfahrungsdaten aus Ihrem Wohnumfeld ergänzen diese. Für eine Immobilienfinanzierung greifen alle Banken auf die Informationen der Schufa zurück, wer dort nicht bekannt ist, bekommt auch kein Darlehen. Die Anzahl der Eintragungen ist egal; nicht egal jedoch ist es, ob negative Eintragungen dazwischen sind.

Falls Sie einen Verbraucherkredit für den neuen Fernseher in abschließen, bekäme ihr Scoring eine Eintragung und Ihr Rating bei der Darlehensbank eine deutliche Abwertung. Die Überlegung dabei ist, dass jemand, der ein paar hundert Euro für einen Fernseher nicht auf einen Schlag bezahlen kann, wohl auch kaum die finanzielle Stabilität für einen Hauskauf besitzt.  Nur ein solcher Kredit ist nicht fatal, mehrere wirken sich allerdings deutlich negativ aus.

Gleiches gilt für den Telefonanbieter. Ein Festnetzanschluss ist seriös und ist gut für das Scoring, der gelegentliche Wechsel beim Mobilfunk ist schädlich, ständiger Wechsel des Mobilfunkanbieters ist ein Killerkriterium. Genau so schädlich ist ein häufiger Wechsel bei  Bankverbindungen und Kreditkarten. Je weniger sich über die Jahre bei Ihnen bewegt, desto besser ist es für Ihre Einschätzung.

Eine Anfrage nach einem Kredit ist schädlich, eine Leistungsstörung bei der Rückzahlung dürfte die Einschätzung Ihrer Kreditwürdigkeit unter den Schwellenwert drücken. Versandhäuser, Telefonanbieter und Versicherungen teilen der Schufa Störungen mit. Haben Sie dort Ärger, auch wenn es sich um berechtigte Reklamationen handelt, sollten Sie mit dem Unternehmen telefonieren und sicher stellen, dass eventuelle Meldungen an die Schufa wieder bereinigt werden.

Auch Wohnungswechsel sind nie gut für das Scoring. Jemand, der oft umzieht, wirkt nicht seriös und benötigt für das Hin und Her auch viel Geld, das dann für die Vermögensbildung nicht mehr zur Verfügung steht. Doch besser ein Umzug in eine „gute“ Gegend, als der Verbleib in einem Straßenzug, der als problematisch gilt. Es gibt Wohnbereiche, in denen es viele Zahlungsstörungen gibt. Diese Regionen haben ein höheres Risiko, dass sich – möglicher Weise – auch in dem Scoring niederschlägt.  Der Wohnort darf allerdings nicht das einzige Kriterium für die Bonitätseinschätzung sein. Einige Gegenden werden von den Anbietern von Banken, Versicherungen und Versandhäusern nicht gewollt. Wenn Sie Ihre finanziellen Dinge in Ordnung haben, und trotzdem immer bei Bestellungen zur Vorkasse aufgefordert werden, sollten Sie sich Gedanken machen.

Auch die Bank, bei der Sie Ihr Haupt- oder Gehaltskonto haben, ist von Interesse. Zwar wirkt sich diese Bankverbindung nicht direkt auch Ihr Scoring aus, doch wird die Bankverbindung bei der Auskunft genannt. Eine Bank, die mit billigen Konsumentenkrediten wirbt, gilt bei einigen Finanzinstituten der Immobilienfinanzierung als nicht so passend, als z.B. eine, die eher durch die Möglichkeit von Geldanlage oder Aktiendepots hervor tritt.

Für jeden, der aus verschiedenen Gründen ein schlechtes Scoring besitzt, gibt es aber einen Hoffnungsschimmer: Das Scoring wird von allein wieder besser, wenn sich keine weiteren Änderungen ergeben und es keine Vertragsstörungen gibt. Das braucht nur etwas Zeit.

Die Schufa-Falle

Die Schufa-Falle – oder wie Kreditanfragen die Kreditwürdigkeit zerstören

Wer eine Immobilienfinanzierung beantragt, muss bei der Bank sofort die Einwilligung geben, dass eine Schufa-Auskunft eingeholt wird. Die Bank kann nun bei der Schufa über Sie eine Auskunft einholen, indem sie eine Kreditanfrage oder eine Konditionenanfrage stellt.

Doch genau an diesem Punkt gibt es einen wichtigen Unterschied. Während die Kreditanfrage für das eigene Scoring relevant ist, weil diese Anfrage bei der Schufa eingetragen wird, ist dies die Konditionenanfrage nicht. Letztere wird zwar auch für einige Wochen verzeichnet, verschlechtert ihr Scoring aber nicht.

Durch eine „scharfe“ Kreditanfrage verschlechtert sich ihr Scoring und wird durch jede weitere Kreditanfrage (z.B von der nächsten Bank) schlechter. Haben Sie z.B. bei drei Banken eine Kreditanfrage stellen lassen, wird die Scoring-Auskunft der vierten Bank die drei Anfragen der anderen Banken beinhalteten. Sie werden entweder keinen Kredit mehr bekommen – es wurden ja schon drei „vergebliche“ Versuche unternommen, einen Kredit zu bekommen – oder aufgrund des schlechten Scorings werden die Konditionen des Kreditangebots schlechter, da ein höheres Kreditausfallrisiko vermutet wird.

Somit sollte der Kreditnehmer den Mitarbeiter in der Bank in jedem Fall fragen, was er als Anfrage stellt. Speziell wenn Sie mit der Bank schon eine Geschäftsbeziehung haben, und dadurch schon früher einmal eine Schufa- Erklärung unterschrieben haben, ist diese Gefahr besonders groß. Sollten Sie keine klare Auskunft bekommen, sollten Sie keine Schufa-Klausel unterschreiben oder die Zustimmung der Hausbank zurück ziehen. Da Bankmitarbeiter wissen, dass Sie bei der nächsten Bank wahrscheinlich schlechtere Konditionen erhalten, wenn er jetzt eine Kreditanfrage stellt, sollten Sie ihm die Möglichkeit hierzu bewusst nicht geben.

Sinnvoll ist die Nutzung von Vergleichsportalen, die die Konditionen mehrerer Banken aufzeigen. Bei dem von uns genutzten Portal der ING-DIBA und ProHyp werden zunächst immer nur Konditionenanfragen gestellt. Ohne jede Verschlechterung des Scorings wissen Sie über die Konditionen von mehren hundert Banken Bescheid und können sich die attraktivsten Angebote aussuchen.